Brief zum Umbruch

Ein Text von Andrea Penkhues

Liebe Kontur,

letzte Nacht vermisste ich dich, in albtraum­hafter Dämme­rung. Wusste nicht, dass ich bin. Das Erwa­chen war mir ein Geschenk. Eines, dass du mir einst gabst. Sitze ich in Stille und höchs­tens eine Kerze scheint mir, dann, oft nur dann gebe ich mich der Freude, die du mir tust, hin. Kann mich verlieren in tiefstem Begehren nach deiner Zärte und lang­mü­tigen Geduld.

Meist werde ich deiner Berüh­rung nicht gewahr. Deinen Zauber Umriss zu nennen wäre zu einfach. Im Drehen und Wenden, im Schlaf, im Tanz da legst du dich um mich. Umhüllst. Danke, Kontur. Bis wir uns wieder­sehen, möchte ich mich der Fülle zuwenden, die du mir erst ermöglichst.

Bis zum nächsten Kerzen­schein,
Deine Andrea

 

Dieser Text ist im Rahmen des Online-Work­shops „Schreiben in Zeiten des Umbruchs“ entstanden.