Jugend­liche schreiben sich frei

Ein Inter­view mit Katha­rina Tiwald

Jenseits von Gene­ra­lismen geht BÖS-Dozentin und Autorin Katha­rina Tiwald auf die Schreib- und Lese­be­dürf­nisse von jungen Menschen ein. Am 29./30. August 2026 zeigt sie, wie man das machen kann.

BÖS: Schreiben Jugend­liche heute noch mehr als virtu­elle Nachrichten?

Katha­rina Tiwald: “Die” Jugend­li­chen gibt’s ja nicht, genauso wenig, wie es “die” Afri­kaner gibt oder “die” Öster­rei­cher; ich würde sagen, dass es im Vergleich zu früheren Gene­ra­tionen (meiner zum Beispiel) weniger analoge Schreib­an­lässe gibt, wie es zum Beispiel das Stamm­buch – das Poesie­album – eines war, aber erstens gibt es sehr wohl Jugend­liche, die regel­mäßig schreiben, zwei­tens ist das Bedürfnis, sich über Worte mitzu­teilen, meinen Beob­ach­tungen nach unge­bro­chen, und drit­tens: Vor einigen Jahren habe ich eine neue Klasse über­nommen, eine fünfte Schul­stufe, und war bass erstaunt, wie begeis­tert die Kinder bei der ersten (freien) Schreib­ein­heit mitge­macht haben. Kolleg:innen erzählen mir das auch aus verschrienen Schulen wie der Berufs­schule: Das lite­ra­ri­sche Schreiben eröffnet eben noch ganz andere Möglich­keiten als ein Standard-Aufsatzthema.

BÖS: Welche Genres begeis­tern sie besonders?

Katha­rina Tiwald: Schrei­bend? Jedes Genre, das sie einlädt, frei zu sein. Lesend? Ich höre von vielen, dass “span­nend” eine ganz wich­tige Eigen­schaft von Lektüre ist, das ist aber beim Gros der Erwach­senen wohl nicht anders.

BÖS: Welche Schwer­punkte legst du während des Workshops?

Katha­rina Tiwald: Ich stelle den Work­shop auf zwei Beine: das eine ist das Schreiben MIT Jugend­li­chen, das andere das Schreiben FÜR sie. Ich stelle einfach durch­zu­füh­rende Methoden vor, die man schnell in Work­shops mit Jugend­li­chen umsetzen kann, und führe die Teilnehmer:innen auf eine kleine Helden­reise zum mögli­chen Plot für ein Jugendbuch.

 

Der Schreib­work­shop „Schreiben mit Jugend­li­chen und für sie“ findet am 29./30. August 2026 statt. Anmel­dungen unter office@boesmail.at

Foto: Dessislaw Paja­koff