Verblassende Enttäuschungen
Ein Interview mit Peter Bosch
Im BÖS-Atelier wurde anlässlich des letzten Literatursalon dieses Jahres auch die neue Ausstellung “Abwesenheitsportraits” von Peter Bosch eröffnet. Brigitta Höpler hat mit ihm gesprochen.
Brigitta Höpler: Wie bist du auf die Idee der Abwesenheitsporträts gekommen?
Peter Bosch: Es hat mit einer vergeblichen Liebe zu tun. Nachdem wir uns ein paar Mal getroffen haben (an den Orten auf diesen Fotos), ist sie eines Tages nicht mehr aufgetaucht, hat auf keine Kontaktversuche mehr geantwortet (heute würde man das wohl „ghosten“ nennen). Und so ist mir dann irgendwann die Idee zu dieser Art von Fotos gekommen.
Brigitta Höpler: Haben die Fotos auch mit deinem Schreiben zu tun?
Peter Bosch: Nur insofern, dass es auch bei meinem Schreiben immer zwei Schichten gibt: die autobiographische und die fiktionale, die oft übergangslos ineinander fließen.
Brigitta Höpler: Was verbindest du mit den konkreten Orten und Abwesenheiten?
Peter Bosch: Erinnerungen, Enttäuschungen (die aber verblassen) und die jetzt von der Freude über die positiven Reaktionen auf die Fotos überlagert werden.
Brigitta Höpler: Wie entstehen diese Bilder?
Peter Bosch: Ich habe von jedem Motiv zwei Fotos gemacht: ein scharfes (mit der Person) und ein unscharfes (ohne die Person). In Photoshop liegt das unscharfe auf einer Hintergrundebene, das scharfe auf einer Ebene darüber. Mit dem Radierwerkzeug entferne ich die Silhouette der Person, sodass der unscharfe Hintergrund dort zum Vorschein kommt.
Die Ausstellung von Peter Bosch ist zu unseren Öffnungszeiten zu besichtigen. Wir bitten um vorherige Anmeldung an office@boesmail.at
