Foto: Martin Leitner

Verblas­sende Enttäuschungen

Ein Inter­view mit Peter Bosch

Im BÖS-Atelier wurde anläss­lich des letzten Lite­ra­tur­salon dieses Jahres auch die neue Ausstel­lung “Abwe­sen­heits­por­traits” von Peter Bosch eröffnet. Brigitta Höpler hat mit ihm gesprochen.

Brigitta Höpler: Wie bist du auf die Idee der Abwe­sen­heits­por­träts gekommen?

Peter Bosch: Es hat mit einer vergeb­li­chen Liebe zu tun. Nachdem wir uns ein paar Mal getroffen haben (an den Orten auf diesen Fotos), ist sie eines Tages nicht mehr aufge­taucht, hat auf keine Kontakt­ver­suche mehr geant­wortet (heute würde man das wohl „ghosten“ nennen). Und so ist mir dann irgend­wann die Idee zu dieser Art von Fotos gekommen.

Brigitta Höpler: Haben die Fotos auch mit deinem Schreiben zu tun?

Peter Bosch: Nur inso­fern, dass es auch bei meinem Schreiben immer zwei Schichten gibt: die auto­bio­gra­phi­sche und die fiktio­nale, die oft über­gangslos inein­ander fließen.

Brigitta Höpler: Was verbin­dest du mit den konkreten Orten und Abwesenheiten?

Peter Bosch: Erin­ne­rungen, Enttäu­schungen (die aber verblassen) und die jetzt von der Freude über die posi­tiven Reak­tionen auf die Fotos über­la­gert werden.

Brigitta Höpler: Wie entstehen diese Bilder?

Peter Bosch: Ich habe von jedem Motiv zwei Fotos gemacht: ein scharfes (mit der Person) und ein unscharfes (ohne die Person). In Photo­shop liegt das unscharfe auf einer Hinter­grund­ebene, das scharfe auf einer Ebene darüber. Mit dem Radier­werk­zeug entferne ich die Silhou­ette der Person, sodass der unscharfe Hinter­grund dort zum Vorschein kommt.

 

Die Ausstel­lung von Peter Bosch ist zu unseren Öffnungs­zeiten zu besich­tigen. Wir bitten um vorhe­rige Anmel­dung an office@boesmail.at