Die Bade­wanne als Kriegs­gerät – Niko­laus Scheibner

Eine Buch­re­zen­sion von Petra Gangl­bauer

Einen konse­quenten und ebenso aktu­ellen Gedicht­band hat der Autor, Heraus­geber, Initiator und Betreiber der Evolu­ti­ons­bi­blio­thek für zeit­ge­nös­si­sche Avant­gar­de­li­te­ratur nun vorge­legt: Von der Bade­wanne aus, der Band ist ange­rei­chert mit treff­li­chen SW-Fotos, die den Autor beim Bade zeigen – werden die teil­weise scho­nungs­losen, sprach­lich verschärften wie verspielten Exkurse (Kompo­sita, Permu­ta­tionen, Listen, Paral­le­lismen u.a.) ins Gesell­schafts­po­li­ti­sche unter­nommen!

Bisweilen tragen die Gedichte sehr kühle Titel, die dem Inhalt noch mehr Brisanz verleihen: „verfah­rens­si­cher­heit“: „…überlebensmittel/ genozidmais/ krebserregung/ kriegs­erek­tion“.

Das Private frei­lich darf nicht fehlen: „hunde mehr noch katzen“ oder „die katze in der lyrik“.

 Schön, dass Niko­laus Scheibner nun wieder mit einem Band an die Öffent­lich­keit geht: Ein auch unter­halt­sames Buch, das (noch mehr) Lust auf Lyrik macht.

 

 Petra Gangl­bauer, 2017

 Für die Rezen­sionen sind die jewei­ligen Verfas­se­rInnen verant­wort­lich.

 

Niko­laus Scheibner: Die Bade­wanne als Kriegs­gerät
St. Wolf­gang: Edition Art Science, 2017
128 Seiten
EUR 15,00
ISBN: 978–3-902864–70-3