Die Freunde des Wohl­stands – Duschlbauer, Angl­berger, Larcher

Eine Buch­re­zen­sion von Peter Bosch

Lange bevor die »Fake-News« zu einem Mode­wort wurden, hat es die Fake-Aktionen der »Freunde des Wohl­stands« gegeben – und manchmal waren sie so hinter­fotzig ange­legt, dass sogar die staat­li­chen Medien darauf herein­ge­fallen sind. Ich erin­nere mich da an die Demons­tra­tion zum Opern­ball, wo eine frack­ge­klei­dete Gruppe auf Schil­dern laut­stark forderte: »Schluss mit dem Theater! Die Oper ist nicht der Prater!« – kurzum: die Staats­oper gehört zumin­dest einmal im Jahr wieder in die Hände der Schönen und Reichen.
Sie forderten Jagden in Schön­brunn, depo­nierten Geld­bündel in bedrohten Banken, getreu dem Motto »In Cash we trust« oder aßen bei einem Gala­diner gegen den Hunger in Afrika.
Genauso luxu­riös wie ihre Aktionen ist auch das Buch, das sie selbst ein Mani­fest nennen, aufge­macht: das Cover in zurück­hal­tendem Gold, innen Vier­farb­druck und QR-Codes, um die State­ments auch im Video zu sehen.
Und oft bleibt einem das Lachen im Hals stecken, obwohl es mit einem Würgen heraus­kommen möchte, weil man denkt: entweder könnte es wahr sein oder eigent­lich ist es ohnehin noch viel schreck­li­cher.
Mit einem Wort: ein Ratgeber für Menschen der Premi­um­klasse.

 

Peter Bosch, 2016

Für die Rezen­sionen sind die jewei­ligen Verfas­se­rInnen verant­wort­lich.

 

Duschlbauer, Angl­berger, Larcher: Die Freunde des Wohl­stands
Wien: Alba­tros Verlag, 2013
96 Seiten
EUR 17,50
ISBN: 978–3852190532