Krank / Ein- und Ausbil­dungen im Leben – Thomas Nort­hoff

Eine Buch­re­zen­sion von Petra Gangl­bauer

Ein „Schre­ckens­raum“, ein „Angst-“ und „Trau­ma­raum“ macht sich breit, wenn Thomas Nort­hoff sich mit dem Thema Krank­heit, insbe­son­dere jener der Lunge, ausein­an­der­setzt.

Unwei­ger­lich gehen wir lesend in Reso­nanz.

Dies gelingt vor allem deshalb, weil die Sprache des Autors noch viel insis­tie­render und auch in Teilen instink­tiver und zugleich sprach­spie­le­ri­scher ist als in seinen vergan­genen Büchern, der Autor riskiert mit seinen Wort­re­duk­tionen und Verfor­mungen unent­wegt etwas, bildet mit Sprache messer­scharfe Klingen, an welchen wir uns rezi­pie­rend jeden Augen­blick schneiden könnten.

Nort­hoff zeigt Tabus auf, extremste Settings von Szena­rien. Doch, so expressiv, konkret und beein­dru­ckend die krassen Krank­heits­bilder in diesen Gedichten auch sind, so sehr geht die lyri­sche Instanz auch auf Distanz zum Geschehen, indem meta­pho­ri­sche Abstrak­tionen, inter­tex­tu­elle Bezüge u.a. zuge­lassen sind: „Der mit der Luft ringt“ etwa.

Das genau macht die beson­dere Qualität dieser Texte aus, die ein Thema lite­ra­ri­sieren, das meist verdrängt wird!

Sehr empfeh­lens­wert!

 

 

Petra Gangl­bauer, Februar 2018

Für die Rezen­sionen sind die jewei­ligen Verfas­se­rInnen verant­wort­lich.

 

Thomas Nort­hoff: Krank / Ein- und Ausbil­dungen im Leben
St. Wolf­gang: Edition Art Science, 2017
150 Seiten
EUR 15,00
ISBN: 978–3‑902864–79‑6