Abstand vom Alltag

Ein Inter­view mit Cornelia Stahl

Der Kurort Bad Tatz­manns­dorf ist für Cornelia Stahl persön­lich einer der wenigen Orte in der Welt, an dem Körper und Seele Ruhe finden. Und das wiederum inspi­riert sie und  die Teil­neh­menden am heurigen Sommer­schreib­work­shop zum Schreiben.

BÖS: Du lädst vom 9. bis 12. Juli 2026 wieder zum Schreib­work­shop nach Bad Tatz­manns­dorf ein. Was waren die bisher schönsten Erin­ne­rungen, die du von den vorher­ge­henden Schreib­work­shops mitnehmen konntest?

Cornelia Stahl: Sich Zeit nehmen für Entspan­nung und ein bewusstes Inne­halten, sich Zeit nehmen fürs Schreiben – all das verbinde ich mit den zurück­lie­genden Jahren in Bad Tatz­manns­dorf.
In Bad Tatz­manns­dorf nehmen wir uns eine Auszeit vom Alltag, kommen zur Ruhe und probieren den beson­deren Geschmack des Quell­was­sers der Mari­en­quelle, der noch nach Tagen pelzig auf der Zunge liegt. Wir lassen uns von der Umge­bung, insbe­son­dere vom Kurpark und dem Ort inspi­rieren und kommen ins Schreiben. Ausge­wählte Texte lesen wir in der Gruppe vor und präsen­tieren diese am Lese­abend, der am Samstag im Hotel Zum Kastell statt­findet.
Das Beson­dere des öffent­li­chen Lese­abends ist unser „special guest“. Heuer wird die burgen­län­di­sche Autorin Elisa­beth Lexer zu Gast sein und ihre Neuerschei­nung „Bakunins  Töchter“, heuer in der edition lex liszt erschienen, vorstellen. Ich bin schon gespannt auf das anschlie­ßende Werk­statt­ge­spräch mit der Autorin.

BÖS: Warum findet der Sommer­schreib­work­shop gerade in Bad Tatz­manns­dorf statt? Was gefällt Dir dort?

Cornelia Stahl: Es gibt Orte, an denen du das erste Mal verweilst und dich sofort will­kommen fühlst. So erging es mir 2018, als ich Bad Tatz­manns­dorf besuchte. Ich stieg aus, aus dem Bus, flanierte durch den Ort, vorbei am kräftig grünen Kurpark, und wurde von allen Menschen, denen ich begeg­nete, freund­lich begrüßt. Beim Spazier­gang durch den Park entdeckte ich die Mari­en­quelle und probierte von dem eigen­tüm­lich schme­ckenden Wasser.

Seit diesem Tag komme ich jedes Jahr an diesen Ort. Die sanft anmu­tende burgen­län­di­sche Land­schaft trägt maßgeb­lich dazu bei, inner­halb kurzer Zeit Abstand vom Alltag zu gewinnen, neue Erfah­rungen zu machen und in den Ruhe­modus zu wech­seln. Das Aufnehmen neuer Gerüche, das Atmen sauberer Luft, versetzen mich jedes Mal in die Lage, inner­lich bereit zu sein, für einen anderen Alltag, der geprägt ist vom tägli­chen Schreiben in der Gruppe. In den Pausen bleibt ausrei­chend Zeit, die Liebe zur Land­schaft zu entde­cken und den Ort auf eigene Faust zu erkunden.

BÖS: Wie haben sich Inter­es­sierte den Ablauf vorzustellen?

Cornelia Stahl: Donnerstag, 9. Juli 2026, ist der Anrei­setag. Er dient dem Ankommen und dem gegen­sei­tigen Kennen­lernen. Wir flanieren durch den Kurpark und lassen uns von der umge­benden Natur für unser Schreiben inspi­rieren, kosten von der Mari­en­quelle und/oder von der Wetsch­quelle. Am Freitag besu­chen wir die örtliche Biblio­thek. Im Schreiben lassen wir uns von der burgen­län­di­schen Land­schaft und der Lite­ratur beein­flussen. Fund­stücke aus dem Kurpark sowie die Lektüren von Elisa­beth Lexer: „Bakunins  Töchter“ und Chris­tian Teissls Neuerschei­nung „Hügel­land, südlich“ dienen uns als Inspi­ra­ti­ons­quelle, sowie viele andere Texte, die die Teilnehmer:innen vor Ort bekommen. Ich freue mich auf eine erhol­same und krea­tive Schreib­zeit in Bad Tatzmannsdorf!

 

Der Sommer-Schreib­work­shop „Schreiben an der Quelle“ in Bad Tatz­manns­dorf findet von 09. bis 12. Juli 2026 statt. Anmel­dungen an office@boesmail.at

Foto: Karin Ober­kofler