Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz ist eine wich­tige Eigenschaft

Ein Inter­view mit Patricia Brooks

Wech­sel­haft und doch wunderbar – so beschreibt Patricia Brooks das Berufs­bild von Autor­Innen. Dessen verschie­denen Facetten ist ein Work­shop gewidmet.

BÖS: Was ist die Heraus­for­de­rung dieses Berufs­bildes, was die Erfüllung?

Patricia Brooks: Die erste Heraus­for­de­rung für neue und junge Schrei­bende ist zum Beispiel der Zugang und die Einbin­dung in den Lite­ra­tur­be­trieb – darüber werden wir ausführ­lich im WS spre­chen, von der Suche nach Verlagen, der Einrei­chung von Manu­skripten, Vernet­zung und Hilfe­stel­lung von Insti­tu­tionen und Inter­es­sens­ge­mein­schaften. Aber natür­lich ist auch die finan­zi­elle Situa­tion von Autoren/Autorinnen schwer vorher­sehbar und oft wech­sel­haft, bis prekär. Dafür ist es aber auch ein wunder­barer und inter­es­santer Beruf, in dem man seine Krea­ti­vität entfalten kann – die Entwick­lung von Geschichten, die Ausein­an­der­set­zung mit Sprache, das Spiel mit Formen und Formaten… Und es ist ein wich­tiger Beruf, wie alle Berufe der Kunst, denn Kunst ist essen­tiell, sie erwei­tert unsere Perspek­tiven, schärft unsere Wahr­neh­mung und unseren Blick auf die Welt.

BÖS: Welche Co-Dozent­Innen hast du an deiner Seite und was dürfen die Teil­nehmer­Innen von ihnen erwarten?

Patricia Brooks: Als Co-Dozenten werden Gerhard Ruiss, Geschäfts­führer der IG Autor­innen Autoren und der Autor Peter Bosch refe­rieren. Peter Bosch wird über das Thema „Self­pu­bli­shing“ und seine eigenen Erfah­rungen damit berichten und Gerhard Ruiss wird die Inter­es­sens­ver­tre­tung für Autor­innen und Autoren vorstellen, die sich die Förde­rung und Wahrung der beruf­li­chen, recht­li­chen und sozialen Inter­essen der öster­rei­chi­schen Schrift­stel­le­rinnen und Schrift­steller zum Ziel gesetzt hat und das enga­giert und erfolg­reich umsetzt.

BÖS: Hast du ein/e AutorIn vor Augen, die ein Para­de­bei­spiel eines Autor/einer Autorin ist bezie­hungs­weise das Ideal­bild eines Autoren­le­bens verkörpert?

Patricia Brooks: Natür­lich ist der Ideal­fall, dass ein Autor/eine Autorin sich ausschließ­lich mit dem Schreiben seiner/ihrer lite­ra­ri­schen Arbeit befassen kann und Reisen zu Recher­che­zwe­cken unter­nehmen kann und sich danach die Bücher so gut verkaufen, dass er/sie gut davon leben kann. Das anzu­streben ist natür­lich legitim, aber man muss auch damit rechnen, dass es nicht immer so ist. Auch bei erfolg­rei­chen Autoren/Autorinnen ist es nicht immer so. Ich denke es ist wichtig, dass jede und jeder den eigenen persön­li­chen Zugang und Umgang damit findet. Eine gewisse Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz ist eine wich­tige Eigen­schaft, die Autoren/Autorinnen haben müssen.

 

Patricia Brooks leitet den Online-Work­shop “Berufs­bild AutorIn“ am 27. März 2021. Anmel­dungen unter office@boesmail.at

Foto: Daniela Beranek