Grauzone Plagiat
Ein Interview mit Sabine Schönfellner
Ob jeder Text aus (anderen) Texten besteht und wem Texte von der KI gehören, sind nur einige Themen des neuen Schreibworkshops mit Sabine Schönfellner.
BÖS: Wo liegt die Grenze zwischen Inspiration und Plagiat?
Sabine Schönfellner: Wenn diese einfach zu bestimmen wäre, würde das wohl vielen Schreibenden das Lesen, Schreiben und Leben sehr erleichtern! Aber über die Geschichte hinweg hat sich immer wieder geändert, was als Plagiat verstanden wird – und meinen Recherchen nach sind auch Jurist:innen sich nicht immer einig, was erlaubt ist.
BÖS: Ab wann muss ich eine Inspiration im Text ausweisen?
Sabine Schönfellner: Der Nachweis eines Zitats oder einer Quelle ist nie verkehrt, ob vor, nach oder im Text selbst. Ob man sich aber immer daran erinnern kann, woher die Inspiration gekommen ist oder ob nicht jeder Text aus Texten besteht und somit alles Intertext ist, sind Fragen, denen wir uns im Workshop unter anderem widmen.
BÖS: Inwiefern spielt KI bei Plagiaten eine Rolle?
Sabine Schönfellner: Als Schreibende hoffen wir wohl alle, dass KI nicht dazu beiträgt, dass Urheberrechtsverletzungen zunehmen – dafür gibt es immerhin Initiativen und Ansätze. Die andere Seite der Medaille ist die Frage, ob KI Urheber:in sein kann und wem der Text aus der KI “gehört”.
Der Schreibworkshop “Geklaut oder nicht geklaut: Wo beginnt das Plagiat?” findet am 16. Januar 2026 statt. Anmeldungen gerne und bald an office@boesmail.at