Am Kippen – Verena Halvax

Eine Rezen­sion von Kath­rine Bader

Sandra, Mitte 45, vier Kinder, geschieden. Mehr Stoff bräuchte es eigent­lich nicht. Aber da sind noch die Panik­an­fälle, welche die selbst­stän­dige Foto­grafin, die sowieso von Natur aus ängst­lich ist, über­fallen. Dann fühlt sich Sandra wie neben sich, was auch sprach­lich sehr gelungen umge­setzt ist. Nichts kann ihr da helfen, weder die gut gemeinten Ratschläge von Bekannten oder von der Thera­peutin, die Sandra einfach nur mehr auf die Nerven geht. Kaum mehr etwas macht Spaß, weder Urlaub noch Sex, noch eigent­lich inter­es­sante Projekte, höchs­tens Wald­spa­zier­gänge und Tanzen. Neben all dem Schweren lässt die Autorin aber auch sanften Humor durch­schim­mern, wenn sich Sandra Sorgen etwa über die Länge ihrer Nasen­haare macht, oder Brok­ko­li­ge­rüche durch die Wohnung schweben.
Span­nend zu lesen wie ein Krimi, ob die Prot­ago­nistin wieder aus ihren „Zuständen“ heraus­findet oder einem unge­wissen Ende zusteuert.

Kath­rine Bader, Juli 2020

Für die Rezen­sionen sind die jewei­ligen Verfas­se­rInnen verant­wort­lich.

Verena Halvax: Am Kippen.
Klagen­furt: Sisy­phus und Verena Halvax, 2020
143 Seiten
Euro 14,80 (Deutsch­land)
ISBN-13: 978–3‑903125–47‑6
ISBN-10: 3903125474

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