Wir haben keinen Kontakt mehr – Andreas Jung­wirth

Eine Rezen­sion von Tania Napravnik

Der anspre­chende, bereits 2019 erschie­nene, Roman umfasst einen stür­mi­schen Streifzug durch Deutsch­land und Öster­reich zu Zeiten des Mauer­falls, entlang der sexu­ellen Begierden des stummen Prot­ago­nisten David: Er formt sich durch die Erzäh­lungen seiner Geliebten. Die greif­baren Bezie­hungen schwanken zwischen zärt­li­cher Hinge­bung und blanker Gewalt, die Viel­schich­tig­keit von Zunei­gung tritt durch die unab­hän­gigen, aber inein­ander verwo­benen Perspek­tiven deut­lich hervor. In kurzen und prägnanten Sätzen gelingt eine intime Nähe zum Geschehen: David agiert im Lust­spiel abwech­selnd domi­nant bis hin zu abwe­send, konstant bleiben ledig­lich die Höhen und Tiefen seiner sexu­ellen Achter­bahn­fahrten.

Tania Napravnik, Mai 2020

Für die Rezen­sionen sind die jewei­ligen Verfas­se­rInnen verant­wort­lich.

Wir haben keinen Kontakt mehr: Andreas Jung­wirth
Wien: Edition Atelier, 2019
80 Seiten
EUR 10,99
ISBN 978–3‑99065–016‑5

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