Ich an meiner Seite – Birgit Birn­ba­cher

Eine Rezen­sion von Tania Napravnik

Der kurz­wei­lige Roman behan­delt ein ernstes Thema: Birn­ba­cher erzählt von einem jungen straf­fällig gewor­denen Mann, auf der endlosen Suche nach Bestän­dig­keit. Denn selbst nach der Haft­ent­las­sung aus der Justiz­voll­zugs­an­stalt Gerlitz gerät Arthur immer wieder in korrupte Umfelder, die verhee­rende Probleme mit sich ziehen: Unbe­dachtsam stol­pert er von einem Miss­ge­schick ins Nächste. Für die zeit- und ortver­setzten Ereig­nisse findet Birn­ba­cher eine behut­same Sprache, die den sozialen Abstieg des Prot­ago­nisten durch den neugie­rigen Blick der Sozio­login gut nach­voll­ziehen lässt. Denn die unvor­ein­ge­nom­mene Haltung der Autorin lässt eine*n die Gescheh­nisse in Öster­reich und Spanien ebenso vorur­teilslos mitver­folgen, sodass die „schiefe Bahn“ gar nicht mehr so schief erscheint.

Tania Napravnik, Juni 2020
Für die Rezen­sionen sind die jewei­ligen Verfas­se­rInnen verant­wort­lich.

Ich an meiner Seite: Birgit Birn­ba­cher
Wien: Zsolnay, 2020
272 Seiten
EUR 23,-
ISBN 978–3‑552–05988‑7

mehr zum Buch
mehr zur Autorin
mehr zu Tania Napravnik